Der Regen der letzten Tage hat zu einigen Absagen und Verlegungen geführt, so dass heute morgen tatsächlich nur noch zwei erste Mannschaften übrig blieben, wovon eine auf
ihrem Hauptground und eine auf dem Nebenplatz angesetzt waren, die mir jeweils aber noch fehlten. Das Spiel auf dem Nebenplatz in Groß-Umstadt war auf Naturrasen, was grundsätzlich super ist,
aber mir was Risiko einer kurzfristigen Absage einfach zu hoch. Bei über eine Stunde Anfahrt hatte ich keine Lust den Weg umsonst zu machen und am Ende mit leeren Händen dazustehen. Es waren
beide Spiele welche der Kreisliga B und so war das Sportliche auch kein Kriterium, da aber das andere Match auf einem Ascheplatz, der aber der Hauptplatz des Vereins ist, stattfindet, und
dazu nur die Hälfte der Anreisezeit benötigt wird, wählte ich heute mal die vermeintlich sichere Variante.
Diese war, wie bereits oben erwähnt, eine Partie der Kreisliga B Gießen 1, zwischen der SpVgg. Blau-Weiß Gießen und dem TSV Blau-Weiß Rödgen. In der drei-geteilten untersten
Spielklasse des Fußballkreis Gießen handelt es sich in der Staffel 1 mit 14 Mannschaften um das Duell Zweiter gegen Elfter. Während es für die Gäste aus dem Vorort der Kreisstadt (die
übrigens Absteiger aus der KLA sind) nur noch um die bestmögliche Platzierung im Laufe der Saison geht, stehen die Hausherren aktuell auf dem Aufstiegsrelegationsplatz mit 22 Punkten aus zehn
Spielen. Der Tabellenführer ist mit 10/10 schon ein wenig enteilt, aber nach hinten ist es noch verdammt eng, denn der Vorsprung bis zum achten Rang sind ganze fünf Pünktchen, wobei die
meisten der Verfolger bereits elf, teilweise sogar schon zwölf, Spiele absolviert haben. Für die Einheimischen wäre es der erste Aufstieg seit langem, denn seit 2005/06 ist man durchgehend in
der KLB unterwegs, nachdem man im Jahr zuvor mit 41 Punkten aus der Kreisliga A abgestiegen war und sich davon nicht mehr erholte.
Nach dem Abendessen und drücken der Couch, musste ich dann aber doch irgendwann den inneren Schweinehund überwinden und raus in den ungemütlichen Nieselregen, der einem vom
Wind noch ekelhaft um die Ohren geweht wurde. Ich startete den Motor meines Autos um 18:38 Uhr und machte mich auf die 42 Kilometer, für die das Navi auch 42 Minuten berechnete. Zehn Minuten
Puffer waren für diese Strecke ausreichend, zumal direkt neben dem Ground eine große Parkfläche zur Verfügung steht. Ich fuhr durch Nidda durch und musste an Hungen und Lich vorbei, querte
dazu noch die A5 und die A485, nachdem ich in an der Automeile in die Stadt fuhr. Etwa 3,5 Kilometer Stadtverkehr waren es auch nur, bevor ich meine Karre um 19:20 Uhr auf dem oben bereits
erwähnten Messe-Parkplatz direkt neben dem Sportgelände abstellte. Es kam mir schon komisch vor, dass sich niemand aufwärmte, als ich dann das Gelände betrat, wurde gerade die Kasse aufgebaut
und ich bekam zu hören „Moment, ich bin gleich so weit, es wurde ja eben erst entschieden, dass gespielt wird“ und es wurde sich tierisch über diese Entscheidung des Schiedsrichters
aufgeregt. Tatsächlich waren auch einige Pfützen, gerade auf der einen abfallenden Seite des Platzes bzw. erst recht im Bereich dieser beiden Eckfahnen (siehe Bilder). Es wurde aber auch
gesagt, dass man sich noch aufwärmen muss und deswegen statt um 19:30 Uhr wohl erst gegen 20:10 Uhr begonnen werden würde. Mir egal, ich war ja nur in Gießen und nicht irgendwo hinter Kassel,
Hauptsache es wird gespielt! Und so viel dann auch noch zu meiner Aussage oben „deswegen wählte ich heute mal die sichere Variante“, das Spiel stand also tatsächlich knapp vor der Absage. Ich
zahlte meine vier Euro Eintritt und drehte zuerst meine Fotorunde, als ich mit dieser fertig war, kamen beide Mannschaften auch ganz gemütlich zum aufwärmen.
Der Anpfiff der Partie geschah letztendlich um 20:19 Uhr, also fast 50 Minuten später als angesetzt. Mittlerweile waren die größten Pfützen sogar versiegt, da seit einer
halben Stunde schon nichts mehr vom Himmel kam und es waren reguläre Bedingungen auf dem Ascheplatz an der Gießener Ringallee. Die Hausherren waren in allen Belangen das klar bessere Team
hatten den Gegner komplett im Griff und man ging auch recht schnell mit 2-0 in Führung. Danach verlor man völlig grundlos ein wenig den Faden und gestatte dem Gegner auch den ein oder anderen
ordentlichen Angriff, aber da diese alles in allem doch zur harmlos waren, ging es mit dieser Zwei-Tore-Führung in die Kabinen. Oder auch in den Verkaufsraum des Sportheims... Hier lief
nämlich gerade das Elfmeterschießen eines Vereins, den man nicht unbedingt weiter benennen muss im DFB-Pokal und locker die Hälfte der Spieler schaute zu, statt in der eigenen Kabine zu sein.
Nach dem Seitenwechsel war es die ersten knapp zehn Minuten ein recht offenes Spiel, bevor der Favorit das Heft des Handelns wieder in die eigene Hand nahm und auch mit dem 3-0 für mehr als
eine Vorentscheidung sorgte. Keine Viertelstunde später hatten die Hausherren zwei weitere Treffer drauf gesetzt und dabei beließen sie es dann auch, auf jeden Fall ein souveräner und absolut
verdienter Heimdreier für die Gießener Truppe.
Die Uhr zeigte tatsächlich bereits 22:10 Uhr, als ich in Gießen in mein Auto stieg und da es die ganzen 90 Minuten nicht mehr tröpfelte, war ich sogar trocken. Natürlich ging
es auch heute wieder die gleiche Strecke zurück, die ich auch auf der Hinfahrt benutzt hatte. Dass es nun wieder anfing zu regnen, das war mir nun auch egal und nachdem ich mein Fahrzeug um
22:55 Uhr zuhause abgestellt hatte, ging es oben schnell duschen, DFB-Pokal Highlights schauen und danach dann direkt ins Bett. Hier wurde wieder beim NHL Game Radio irgendwann die nötige
Müdigkeit erreicht und ich schlummerte ein.