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Direkt nach Spielende verabschiedeten wir uns von unseren beiden Hopperkollegen, die es zu einem unterklassigen Kick nach Herne zog, während wir um 16:33 Uhr in Münster
aufbrachen. Das Navi sagte 69 Kilometer und 59 Minuten voraus, wir hatten also fast eine halbe Stunde Puffer bis zum letzten Spiel des Tages in Dortmund. Nach wenigen Minuten Fahrerei waren
wir auf der A2 und blieben auf dieser bis zum Kamener Kreuz, wo wir auf die A1 wechselten. Da in Dortmund auch um 18:30 Uhr der BVB spielte war schon ein wenig mehr Verkehr zu bemerken, aber
da wir recht weit nördlich in der Stadt bleiben mussten, hielt es sich noch im Rahmen. Der Stadtverkehr dauerte etwas mehr als eine Viertelstunde und so kamen wir exakt eine halbe Stunde vor
Anpfiff auf dem Parkplatz des in einem kleinen Park bzw. Waldstück gelegenen Grounds. Hier sammelte sich gerade die vielleicht Dutzend starke Szene der Gäste, hinter welcher wir uns dann in
Richtung Eingang bewegten. Dort wurden zehn Euro fällig und drinnen drehten wir zuerst logischerweise die übliche Fotorunde, auch wenn es hier jetzt nicht wirklich besonders viel zu
fotografieren gab. Danach kauften wir uns Abendessen, welches man unter „Nunja, wenigstens was im Magen...“ verbuchen konnte, ehe kurz darauf das Match zum Glück auch endlich begann.
Es war ein richtiger Abstiegskrimi, der für uns zum Abschluss des Tages auf dem Programm stand, denn in der gleichen Liga beim Spiel zuvor, hatten wir es nun mit den Teams auf den
Plätzen 13 und 17 zu tun. Die Hausherren spielten letzte Saison ein Jahr lang Regionalliga und bescherten mir (und vielen anderen Hoppern) somit das Kreuz in ihrem damaligen Ausweichstadion,
dem Ischelandstadion in Hagen. Nun eine Spielklasse tiefer sind die Verbandsansprüche geringer und so darf man wieder auf ihre nichtssagenden Anlage im Nordwesten von Dortmund spielen und hat
in dieser Spielzeit ganz schön ihre Mühen. Zehn Punkte aus zehn Spielen bisher die Ausbeute, wobei diese immerhin noch besser ist, als die des ehemalige Zweitligisten aus Ahlen (acht Punkte
aus elf Spielen). Mit einem Sieg könnten die Gäste die heutige Heim-Mannschaft in der Tabelle überholen und den Sprung von den drei roten Plätzen "unter dem Strich" bis auf den 13. Platz
schaffen, den aktuell ja Türkspor inne hat. Spannende Konstellation also für diesen Kick.
Die ersten Minuten waren ganz klar auf Seiten der Westfalen, die sicherlich fünf, sechs gute Möglichkeiten hatten, wovon zwei oder drei sicherlich das altbekannte Prädikat "100%ige Chance"
erhalten könnten. Man vergab diese aber alle bzw. scheiterte auch öfters am einheimischen Torhüter und wie das dann beim Fußball ganz gerne mal so ist, traf Türkspor mit dem ersten geordneten
eigenen Angriff zur Führung. Dieses Tor war ein kompletter Game Changer, denn fortan war Rot-Weiß gar nicht mehr im Spiel und die Hausherren berannten gefühlt das Gäste-Gehäuse. Mit dem 2-0
zur Pause war es für die letzten Minuten dann durchaus ein gerechtes Ergebnis, wenn man mal die Anfangsphase ausblendet, in der Ahlen eigentlich in Führung gehen MUSS. Hatte es den ganzen Tag
schon ein wenig geregnet, war zu Spielbeginn hier Ruhe davon, aber nach etwa einer Viertelstunde öffnete der Wettergott alle Schleusen und es kam gewaltig vom Himmel. Selbst die Regenschirme
konnten das Wasser nur bedingt abfangen, zumal der Regen wegen des vielen Windes auch hauptsächlich seitlich angeflogen kam. Wir waren froh uns in den 15 Minuten am Vereinsheim mal ein wenig
unterstellen zu können, obwohl wir sowieso schon komplett durchnässt waren. Die Gäste-Szene zog es vor in der Halbzeitpause das Sportgelände zu verlassen und sie wurden danach auch nicht mehr
gesichtet. Als es nach dem Seitenwechsel weiter ging, hatte es kurzzeitig aufgehört und ich stellte mich wieder an die Barriere, während Sven gleich den Schutz des Verkaufswagens suchte.
Letztendlich hatte er recht, denn nach wenigen Minuten ging es wieder los und ich gesellte mich zu ihm unter das kleine Dach. Auf dem künstlichen Grün lief ein munteres Spielchen, in welchem
die Gäste erneut den besseren Start hatten, sich aber die Einheimischen dann wieder mehr in die Partie kämpften. Dennoch fiel nach 68 Minuten der Anschlusstreffer und nach einem Lattenball
hätte es durchaus kurz darauf auch Remis stehen können. Als Türkspor aus dem Nichts dann auf 3-1 erhöhte schien es das gewesen zu sein, aber eine flache Hereingabe eines rot-weißen Spielers
und ein unbeholfenes Eigentor machten die Partie doch noch mal spannend. Noch bevor Ahlen aber zur Schlussoffensive blasen konnte, fiel das 4-2 per flachem direkten Freistoß ins kurze Eck,
bei so etwas kann man den Torhüter natürlich nie komplett schuldlos schreiben. Damit war es das dann auch und die Dortmunder verschaffen sich erstmal ein wenig Luft im Kampf gegen den
Abstieg, während die Luft für Ahlen noch dünner wird.
Um 20 Uhr setzten wir uns wieder in mein Auto, aufgrund des Wetters mit komplett nassen Klamotten. Direkt die Sitzheizung angeschaltet, um wenigstens Teile der Klamotten
schon wieder trocken zu bekommen. Nach knapp zehn Minuten durch die Stadt fuhren wir direkt auf die A45, die uns in Richtung Heimat brachte. Zum Glück begann das BVB-Heimspiel gegen den 1. FC
Köln eine halbe Stunde später als unsere Partie und so kollidierten wir nicht mit dem dortigen Abfahrtsstau, sondern waren zu Abpfiff des Spiels im Signal Iduna Park schon am Kreuz Hagen.
Unterwegs musste ich kurz vor Siegen mal eine Pause machen, um ein wenig Luft zu schnappen und mir einen Kaffee gegen die Müdigkeit zu ziehen. Dennoch brachten wir das letzte Stück auch noch
hinter uns und zehn Minuten nachdem wir in Berstadt den Highway verließen und vollgetankt hatten, konnte ich Sven in Nidda auch schon wieder heraus werfen. Von hier sind es bis zu mir
nachhause nur noch sieben Kilometer und um 23:05 Uhr stellte ich meine Karre daheim in der Garage ab. Das Ganze ziemlich müde, aber mega happy, dass alles wie geplant geklappt hat und bei
diesem Wetter waren die drei Grounds (besonders der Letzte) echt hart erkämpft. Wir sind aber nicht aus Zucker und nehmen es so hin, weiter geht‘s zu den nächsten Zielen!