Heute war mal wieder improvisieren angesagt, denn der ursprüngliche Plan, ein Pokalspiel der SC Ohetal/Frielendorf aus der Kreisoberliga Schwalm-Eder, wurde vorgestern Abend
abgesagt. Mit einem Pokalspiel der FSG Wirbelau/Schupbach/Heckholzhausen, dem Tabellenführer der Kreisliga A Limburg-Weilburg, war eigentlich schnell ordentlicher Ersatz gefunden, aber diese
Partie wurde gestern Abend um eine Woche nach hinten verschoben. Für mich persönlich blieben nur zwei komplett unterklassige Grounds (B- bzw. C-Klasse) oder der Ersatz-Ground vom SV Darmstadt
98 im eigenen Nachwuchsleistungszentrum. Letzterer Ground wurde aber schnell aus den Gedanken verbannt; denn ich hatte keine Lust auf das Chaos auf der A3 rund um das Champions League Spiel
des FC Liverpool. Da einer der beiden anderen Kicks ebenfalls in südliche Richtung ging, strich ich diesen auch und die Entscheidung war gefallen. Ein „positiver“ Aspekt meiner Auswahl war
zudem, dass hier nur ein einziger Naturrasenplatz existiert und somit bestand keinerlei Gefahr auf die Verlegung auf den Nebenplatz, sondern es müsste schon das ganze Spiel abgesagt
werden.
Mein ausgewähltes Match war die Ansetzung des FC Schwarz-Weiß Erdbach gegen den SSV Edelweiß Medenbach, einem Duell im Achtelfinale des Kreispokals des Fußballkreis
Dillenburg. Die Einheimischen schrieben von einer „Derby-Woche“ auf ihren Social Media Kanälen , denn die beiden Ligaspiele vom vergangenen und kommenden Wochenende waren/sind auch
Nachbarschaftsduelle, wie auch das heutige Pokalspiel. Auf der Landkarte trennen die Sportplätze der Gegner nur 5,3 Kilometer, ligentechnisch gesehen sind es drei Spielklassen zwischen dem
gastgebenden Team aus der Kreisliga C und dem angereisten Kreisoberligisten. Die Favoritenrolle auf dem Papier ist also vor den (mindestens) 90 Minuten klar verteilt. Der FCE nimmt seit
2017/18 wieder eigenständig am Spielbetrieb teil, kam bisher aber nie über die Kreisliga C hinaus. In dieser Saison hat man aber bisher acht Siege aus acht Partien und steht nur wegen weniger
ausgetragener Spiele nur auf dem zweiten Tabellenrang, es besteht eine sehr hohe Möglichkeit, auf einen erstmaligen Aufstieg in die Kreisliga B, es ist natürlich aber auch noch viel zu
spielen. In der ersten Pokalrunde schlug man mit dem TSV Eibach sogar schon ein klassenhöheres Team - wenn auch aus dem unteren Bereich der Tabelle, aber das soll die Leistung natürlich nicht
schmälern. Die Gäste stoppten am vergangengen Wochenende beim Tabellenletzten durch drei Tore ab der 84. Minute ihre sechs Matches andauernde Sieglos-Serie und konnten sich vom
Abstiegsrelegationsplatz der KOL (in der man seit 2017/18 durchgehend unterwegs ist) um zwei Ränge nach oben aut Platz 12 kämpfen. In ihrer ersten Pokalrunde hatte man ebenfalls einen
C-Ligisten und siegte mit 0-3 durch drei Buden in den letzten 35 Spielminuten.
Kickoff war heute um 19 Uhr und da mir das Navi 58 Minuten für die 83 Kilometer vorher sagte, machte ich mich zuhause um 17:54 Uhr auf den Weg. Durch Nidda hindurch, ging es
bei Berstadt auf die A45, die ich befuhr, bis zur Ausfahrt Herborn-West, wo es vom Highway runter ging und ich danach noch sieben Kilometer Landstraßen vor mir hatte. Da ich gemütlich fuhr
und auch einmal abbiegen verpasste, war es bereits 18:58 Uhr, als ich mein Auto auf einer Wiese in der Nähe des Sportheims parkte. Ich schoss erste Fotos und schon kamen auch beide
Mannschaften auf den Naturrasenplatz, herrlich. Meine Fotorunde setzte ich dann fort und beendete diese in aller Ruhe - hatte zwischenzeitlich schon das erste Tor und die erste eigene
Ballberührung.
Es war bei drei Ligen Unterschied, das erwartete Spiel in den ersten 45 Minuten, die Gäste hatten vermutlich an die 80% Ballbesitz und es rollten viele, viele Angriffe auf
das FC-Gehäuse. Viel mehr als vier, fünf Entlastungsangriffe hatten die Gastgeber nicht zu bieten, wovon die wenigsten richtig gefährlich waren. Wie oben bereits erwähnt, hatte ich während
meiner Fotorunde bereits den ersten Einschlag des Tages erlebt, als ein Pass in die Tiefe die komplette Abwehr des C-Ligisten aushebelte und es nach etwas mehr als einer Zeigerumdrehung
ruckzuck 0-1 stand. Nach einigen vergebenen Möglichkeiten fiel in der 20. Minute, also auch noch recht früh, das 0-2 und ich rechnete damit, dass es eine sehr klare Angelegenheit werden
würde. Die Hausherren hielten aber mit viel Willen und Kampf dagegen, so dass es zum Gang in die Kabinen bein schmeichelhaften Zwei-Tore-Rückstand für sie blieb. Nach dem Seitenwechsel war es
dann überraschenderweise ein ausgeglichenes Match mit Möglichkeiten auf beiden Enden des Platzes. Da die Verwertung aber rechts, wie links, einfach nur schwach war, passierte in Sachen
Zwischenstand lange gar nichts und es blieb so gesehen eine enge Partie. Erst in den drei Minuten Nachspielzeit konnte der Favorit mit dem dritten Treffer endgültig drauf machen. Danach
passierte nicht mehr viel und ein FC-Anhänger fasste aufgrund der zweiten 45 Minuten zurecht zusammen: „Raus mit Applaus!“.
Ich saß um 20:55 Uhr wieder in meiner Karre und machte mich auf die Heimfahrt, die damit begann den löchrigen Feldweg bis in die nächste Ortschaft hinter mich zu bringen. Von
hier waren es dann eine handvoll Kilometer, bis ich bei Herborn wieder die A45 befuhr. Nun also in die entgegengesetzte Richtung, wobei ich zeitweise mit starkem Nebel zu kämpfen hatte. Aber
auch das brachte ich hinter mich und auch die nassen Straßen mit dem ganzen Laub behinderte die Fahrerei, aber um 22:05 Uhr stellte ich mein Auto zuhause ab. Oben dann wieder das gleiche
Spielchen wie gestern, erst mit dem NhL Gsme Radio nach 1 Uhr schlummerte ich irgendwann ein.