Dann starten wir auch für diese Woche mal in den Werktags-Fußball. Die Spiele unter der Woche werden so langsam insgesamt immer weniger und viele davon werden auf den
Nebenplätzen ausgetragen. Mir fehlen aber immer noch mehr als genug Hauptplätze und so versuche ich im Normalfall diese erst einmal heraus zu filtern und anzufahren, auch wenn ich ggf. dafür
mal eine längere Anreise in Kauf nehmen muss. Heute gab es deswegen keinen Kreisoberligisten, weil die beiden möglichen eben aufgrund vom fehlenden Flutlicht auch nur auf den Nebenplätzen
spielen können. So entschied ich mich für ein Kreisliga A-Team mit Hauptplatz Kunstrasen, denn es hatte die letzten ein, zwei Tage doch ein wenig was vom Himmel gemacht und so war ich dann
auch auf der sicheren Seite.
Es war die Staffel Rheingau-Taunus, aus welcher meine angesetzte Partie stammt und mit dem SV Neuhof und dem TSV Bleidenstadt II stehen sich in einem Nachholspiel des
vergangenen 11. Spieltags in dieser 15er Liga somit der Sechste und der Zwölfte gegenüber. Die Gäste stehen auf dem Abstiegsrelegationsplatz, aber Rückstand bzw. Vorsprung auf die direkten
Plätze davor und dahinter ist jeweils nur ein einziger Punkt. Auch nur vier Punkte davor, der heutige Gegner und Gastgeber der Partie, der aber neben dieser Partie noch weiteres Nachholspiel
in der Hinterhand hat. Bei acht bzw. elf Punkten Rückstand auf die zwei Plätze an der Spitze könnte man mit diesen sechs Punkten einen großen Sprung fast nach ganz vorne machen - natürlich
vorausgesetzt man gewinnt auch beide verlegte Spiele. Seit dem Aufstieg 2019/20 ist der SVN nun in dieser Spielklasse, die Zweitvertretung des Gruppenligisten stieg exakt ein Jahr zuvor
bereits auf.
Wie so oft im Bereich Wiesbaden / Taunus beginnt auch dieses Spiel erst um 20 Uhr, was mir nach Feierabend noch einiges an Couch Time einbrachte, aber natürlich
somit auch ein spätes Zurückkommen heute Abend/Nacht bedeutet. Um 18:22 Uhr musste ich dann aber doch los und wie bereits am vergangenen
Donnerstag verzichtete ich auf die schnellste Route, sondern nahm auf dem Hinweg erneut die kürzeste Route, da sie wieder etwas mehr als 30 Kilometer kürzer ist (87 zu 118 km) und laut Navi
„nur“ zehn Minuten länger dauern sollte (1:27 zu 1:17 Stunden). Die Strecke war ebenfalls exakt die Selbe, denn nachdem ich Ranstadt, Reichelsheim, Bad Nauheim, Rosbach und Neu-Anspach
passiert oder durchquert hatte, fuhr ich nur wenige hundert Meter am Ground des TV Idstein von vor fünf Tagen vorbei. Von hier waren es noch etwas mehr als acht Kilometer die B275 entlang,
bevor ich meinen Zielort erreichte und etwa sieben Minuten vor Spielbeginn dort parkte. Kaum den Ground betreten, grinsten mir auch schon die Hopperkollegen Jonas und Florian entgegen, die
ich aber nach kurzer Begrüßung schon wieder verlassen musste, drehte ich noch schnell meiner Fotorunde, auf welcher ich auch direkt den Anstoß mit ablichtete. Danach gesellte man sich wieder
zusammen und der Laberei wurde freien Lauf gelassen.
Um es vorweg zu nehmen, es war weitestgehend über die 90 Minuten gesehen ein recht unterhaltsames Spiel, auch wenn im ersten Abschnitt doch recht wenige Torchancen zu sehen
waren. Das 0-0 zum Gang in die Kabinen konnte man so akzeptieren, der SVN machte einfach zu wenig aus seiner spielerischen Überlegenheit. Nach dem Seitenwechsel wurde es etwas besser und
zwischendurch kam auch immer mal ein klein wenig Hektik auf in diesem Derby (beide Grounds trennen gerade einmal etwas mehr als acht Kilometer).Die Hausherren waren weiterhin die stärkere
Elf, taten sich aber auch zu Beginn der zweiten 45 Minuten schwer mit dem kreieren von Möglichkeiten. Erst so ab der 60-65 Minute hatte man zunehmend immer mehr Abschlüsse und kam dem
Torerfolg gefühlt immer näher. Der Gäste-Torhüter entwickelte sich aber immer mehr zum Turm in der Schlacht und man konnte ihn mittlerweile als den besten Spieler auf dem künstlichen Grün
ansehen. Die Zeit tickte immer weiter von der Uhr, Bleidenstadt hatte schon lange nichts mehr anderes vor, als diesen einen Punkt ins Ziel zu retten und es schien ihnen tatsächlich auch zu
gelingen. Fünf Minuten Nachspielzeit waren angezeigt und selbst hier war schon fast die Hälfte bereits abgelaufen, da gab es nochmal Freistoß aus 20-22 Meter für den Gastgeber und ihr Zehner
zirkelte das Ding bei 90+3 über die Mauer in die Maschen. Ich freute mich tatsächlich sehr, denn so läuft meine ordentliche Serie ohne 0-0 weiter. Danach passierte nicht mehr viel und so
blueb es beim knappen, aber unfassbar verdienten, Heimdreier für den SV 1895 Neuhof.
Nach dem Abpfiff war ich erstmal erleichtert, doch noch ein Tor gesehen zu haben und verabschiedete mich entsprechend erfreut von den beiden anderen. Als ich den Schlüssel
umdrehte, war es bereits kurz nach 22 Uhr und wegen den vielen Wiesen, Äcker und Wäldern entschied ich mich für die Heimfahrt die mittlere angebotene Strecke des Navis zu nehmen, welche acht
Minuten schneller sein sollte. Ich fuhr also nach ca. sieben Kilometern Landstraße in Idstein auf die A3, um am Wiesbadener Kreuz auf die A66 zu wechseln - aber eben nicht in Richtung
Landeshauptstadt, sondern in die entgegengesetzte. Ab dem Nordwestkreuz Ffm ging es auf der A5 weiter, welche mich nach Norden bis zur Abfahrt Rosbach führte, wo ich den Highway verließ und
auf die Strecke der „kürzesten Route“ von der Hinfahrt traf. Dieser fuhr ich dann weiter, wie bekannt, durch Rosbach, Reichelsheim und Ranstadt, bis ich zuhause um 23:25 Uhr ankam und mein
Auto in der Garage abstellte. Oben blieb ich noch bis 1 wach, um dann wie so oft beim NHL Game Radio einzuschlafen.