Nachdem es gestern keinen neuen Ground gab, da OFC-Spiele Vorrang haben, sollte heute natürlich wieder ein Kreuz gesetzt werden. Lange sah es auch heute nach was komplett
unterklassigem aus, aber im Laufe der vergangenen Woche fiel mir auf, dass für heute ein Kreispokalspiel eines mir noch fehlenden Kreisoberligisten angesetzt war. Ziemlich klar, dass ich
diesen dann ansteuern werde, zumal mit diesem Spiel exakt 60% (243 von 405) aller hessischen KOL-Grounds bereits gekreuzt habe. Obwohl mir bewusst ist, dass es immer noch eine
Herkules-Aufgabe ist, war es dann doch ein kleiner, aber erfreulicher, Milestone für mich.
Es handelt sich um ein Achtelfinal-Spiel des Kreispokal im Fußballkreis Rheingau-Taunus und mit dem TV 1844 Idstein und der SG Rauenthal/Martinsthal standen sich ein
Kreisoberligist und ein Gruppenligist gegenüber, also eine Spielklasse Unterschied zwischen den beiden Kontrahenten. Die Hausherren belegen derzeit in der Liga einen guten 3. Platz und hätten
sie nicht vorletzte Woche eine 5-0(!)-Führung in den letzten 30 Minuten gegen den Vorletzten aus der Hand gegeben (Endstand 5-5), wäre man bei annähernd gleicher Tordifferenz punktgleich mit
dem Tabellenführer. Dennoch natürlich alles noch recht eng ganz oben, wo sich die Top 3 innerhalb von zwei Punkten befinden. Die Gäste befinden sich eine Spielklasse weiter oben auf dem
neunten Rang im Mittelfeld. Der Zug nach oben zum Aufstiegs- und Relegationsplatz dürfte bei jeweils zehn Punkten Rückstand fast schon abgefahren sein, dafür muss man nach unten die Augen
offen halten, denn bei einer Regelabsteiger-Zahl von fünf Vereinen, hat man hier gerade einmal fünf Punkte Abstand.
So nervig es auch war, dass der Anpfiff dieser Partie auf 20 Uhr angesetzt war, immerhin konnte ich so noch ein wenig die Couch genießen, bevor ich um 18:32 Uhr dann aber
doch los musste. Ich wählte die kürzeste Route, die mit 79 Kilometern und 1:18 Stunde angegeben war, obwohl es eine Strecke gab, die vier Minuten schneller ist. Vermutlich wäre es über die
Autobahn auch gemütlicher gewesen, aber da es exakt 35 Kilometer weiter war, verzichtete ich darauf. In Ranstadt gab es noch einen kurzen Stop am Geldautomaten und mit acht Minuten Puffer
setzte ich meine Fahrt fort. Es war bis zur Auffahrt auf die B3 bei Bad Nauheim mal wieder die schon viele hunderte Male benutzte (morgen
auch wieder) Route zum Eishockey, die ich mittlerweile echt aus dem Effeff kenne. Via Rosbach und Neu-Anspach fing es in den Taunus und nach vielen weiteren, teilweise sehr engen, Kurven,
erreichte ich um 19:56 Uhr den Parkplatz des Sportgeländes (bzw. parkte auf dem Feldweg daneben), welches am nördlichen Stadtrand von Idstein liegt. Ich hatte zwischendurch in Brombach an der
Tanke gesehen, dass es hier den Liter Super für derzeit „günstige“ 1,63 Euro gibt, also unterwegs schnell nochmal voll gemacht, da ich ja doch immer noch früh genug war, so dass ich nach dem
Bezahlen von fünf Euro am Eingang noch meine Fotorunde drehen konnte, bevor das Match mal wieder mit +4 angepfiffen wurde.
In den ersten 45 Minuten war der unterklassige Verein definitiv das bessere Team. Die Gäste hatten unfassbar viele Probleme mit den drei Offensivakteuren der Hausherren, die
ein ums andere Mal mit ihrer Schnelligkeit gefährliche Aktionen kreierten. Diese drei Spieler waren in den bisherigen zehn Kreisoberliga-Spielen dieser Spielzeit kombiniert schon für 28 Buden
verantwortlich und auch heute immer wieder Ausgangspunkt ihrer Torchancen. Bereits in der Anfangsphase hatte man zwei gefährliche Aktionen und hätte durchaus bereits früher in Führung gehen
können. In der 26. Minute war es dann aber soweit und wie sollte es auch anders sein, war einer der Drei auf Außen wieder seinem Gegenspieler davon geflitzt und nach einem Flachpass in der
Mitte traf ein anderer dieses Trios und der TV ging hoch verdient in Front. Mit diesem knappen 1-0 ging es auch in die Kabinen, was für die SG RaMa nach dieser Halbzeit noch recht glücklich
war. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Geschehen auf dem künstlichen Grün, denn die Hausherren zogen sich gewaltig zurück und überließen dem Gruppenligisten einen Großteil des
Geschehend, was dann zu sicherlich 70% Ballbesitz führte, aber durch die Uninspiriertheit der SG machten sie wenig daraus und erspielten sich auch kaum Chancen. Es plätscherte zeitseide sogar
einfach nur so dahin und die Minuten gingen nur so in die Welt. Ich stand neben der Auswechselbank der SG RaMa und bekam mit, dass sie auswechseln und hinten auf Dreierkette umstellen
wollten, aber gerade in diesem Moment spielte ihr Innenverteidiger im eigenen Strafraum einen kapitalen Fehlpass in die Beine des TV-Stürmers. Dieser ließ sich nicht zwei Mal bitten und es
stand 2-0. In den noch verbleibenden zehn Minuten (plus fünf Minuten Nachspielzeit) machten sie dann doch noch ordentlich Dampf, aber mehr als der Anschlusstreffer war nicht mehr drin. Somit
hatten wir eine kleine Pokalüberraschung erlebt und konnten zufrieden nach Abpfiff des Unparteiischen das Sportgelände verlassen.
Als ich mein Auto startete, war es schon kurz nach 22 Uhr und zuerst war auf dem engen Feldweg kurzzeitig Chaos, weil die anderen größtenteils noch drehen musste, was ich
bereits vor dem Spiel erledigt hatte und jetzt nur noch dort raus wollte. Kurze Zeit später hatte ich es aber dann geschafft und war auf dem Heimweg, der exakt die selbe Strecke war, wie drei
Stunden zuvor, jedoch natürlich in die entgegen gesetzte Richtung. Ich fuhr nicht wirklich schnell, da es doch durch einige Teilstücke zwischen Feldern und durch Wälder gab. Deswegen war es
auch schon 23:20 Uhr, als ich meine Karre zuhause abstellte. Morgen endlich wieder Freitag, gleichzeitig bedeutet das aber auch wieder Frühdienst im Büro.