Saison 2023/24

Coupe de France

(Runde der letzten 64)

 
Stade Gaston Bonnet
(Saint-Omer / Frankreich)
 
Samstag, 06. Januar 2024 / 18:00 Uhr
 
US Pays de Saint-Omer -

USL Dunkerque


2:3 (0:2)


Tore:

0:1 (8.) Gaëtan Courtet

0:2 (25.) Benjaloud Youssouf

0:3 (84.) Armand Gnanduillet

1:3 (90.+1.) Pierre Fontaine (Handelfmeter)

2:3 (90.+2.) Mamadou Camara (Foulelfmeter)

 

Gelbe Karte: - / Achraf Lasziri (62.).

Schiedsrichter: Antoine Valet

Zuschauer: 3.600

 

Als wir in Lauwe losfuhren, war es 16:25 Uhr und das Navi sagte uns eine Ankunftszeit von 17:37 Uhr voraus - das Ganze eigentlich für nur 85 Kilometer. Aber als wir dann dort fuhren und die Zuckelei über die Landstraßen erlebten, war uns klar, warum das so lange Zeit in Anspruch nehmen sollte. Wir waren aber gegen 18:30 Uhr bereits im Umfeld des Stadions und sahen bereits viele Menschen dort laufen, was unsere Gedanken („da wird bestimmt einiges los sein“) direkt bestätigte. Die Parkplatzsuche dauerte knapp zehn Minuten und nach weiteren fünf Minuten Fußmarsch standen wir an der Kasse. Hier war zum Glück wenig los und nach dem Bezahlen eines Zehners betraten wir direkt den Innenraum des Grounds. Dort sahen ebenfalls ziemliches Chaos und die Leute standen teilweise schon in mehreren Reihen hintereinander, aber wir konnten uns noch einen Platz sichern, von dem wir wenigstens halbwegs gut etwas sehen konnten, auch wenn ebenerdig hinter dem Tor immer ein wenig doof ist und zu allem Überfluss sich dann auch noch ein Kameramann ein wenig vor uns postierte.


Die Gastgeber spielen im Alltag ligemäßig in der fünften Liga und trafen heute im Pokalderby (beide Orte trennen nicht mal 30 Kilometer) auf den USL Dunkerque von der französischen Kanalküste. Ein Team, welches in der zweiten Liga derzeit einen Abstiegsplatz belegt und aktuell sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer hat. Leider waren nur ca. 150 Gäste-Fans mitgereist, welche aber zum Einlauf wenigstens ein wenig Pyro präsentierten. Zu Spielbeginn zeigte sich der Underdog sehr forsch und hatte die ersten zwei, drei Möglichkeiten durch ihren schlacksigen Stürmer vorne, den wir direkt als „dunkelhäutigen Peter Crouch“ benannten, aber ein Tor wollte ihnen nicht gelingen. Der erste Schuss von USL kurz darauf war hingegen direkt schon im Netz, wobei dieser von unseren Plätzen auf der anderen Seite des Feldes haltbar aussah. Das nahm den Gastgebern ein wenig den Wind aus den Segeln und der Favorit wurde besser, so dass man noch das 0-2 erzielen konnte. Dem vermeintlichen Anschlusstreffer aus dem Nichts wurde aufgrund von Abseits (wohl zurecht) die Anerkennung verweigert. Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie komplett und es war ehrlicherweise langweilig zuzuschauen. Dunkerque erzielte in der 84. Minute die vermeintliche Entscheidung und danch setzte eine große Abwanderungswelle unter den Zuschauern ein, was uns erfreute, denn so sollten wir später besser weg kommen. Es waren fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt und ich wollte schnell noch ein paar Meter in Richtung Anzeigetafel laufen um den (vermeintlichen) Endstand anbzulichten. Dieses getan, pfiff der Schiedsrichter Handelfmeter für die Gastgeber. Nach diesem Treffer dann also erneut das Foto geschossen und ich wollte gemütlich zurück zu den anderen, wurde im nächsten Angriff ein dummes Foul gemacht und es gab nur 60 Sekunden später erneut Strafstoß. Auch dieser wurde souverän verwandelt und es stand plötzlich nur noch 2-3, was für mich bedeutete zum dritten Mal das Ergebnis fotografieren zu müssen. Ich lief dann aber wirklich zurück zum Rest meiner Gruppe in der Hoffnung, dass sich nichts mehr am Ergebnis ändern würde und Bock auf eine Verlängerung hatte eh Niemand von uns (außer Pokal- und Verlängerungs-Fetischist Snicki), denn wir haben noch einen weiten Heimweg hinter uns zu bringen. Es blieb dann auch zum Glück dabei, die drei Klassen höher spielende Truppe kam mit einem blauen Auge davon und zog in die nächste Pokalrunde ein.


Mit Abpfiff brach dann ein kleines Chaos aus, weil die restlichen verbliebenen Zuschauer (mal abgesehen von den Gäste-Fans) alle durch den gleichen Ausgang raus mussten. Wir kamen um 20:05 Uhr am Auto an und fuhren auch direkt los, liefen aber noch mal in einem riesigen Supermarkt ein und deckten mit uns mit Kleinigkeiten zu Essen aus der Backwarenabteilung und Getränken für die Heimfahrt ein, die mit allen Stopps für mich 695 Kilometer lang war. Allerdings saß ich dieses Mal hinter dem Fahrersitz, was auch ganz gut so war, denn kaum waren wir auf der Autobahn, musste ich dem wenigen Schlaf der letzten Tage Tribut zollen und es raffte mich schnell dahin. Wir machten auf dieser langen Strecke einige Pausen, denn Matthias hatte ja auch die letzten Tage durch die Spanien-Tour teilweise kurze Nächte. Ab Lüttich in etwa war ich dann auch wieder wach und gab mein Bestes, dass Niemand müde wird (wobei der Beifahrer heute am meisten die Augen zu hatte). Um 2:45 Uhr waren wir in Rüsselsheim, wo Patrick unsere Reisegruppe verließ und um kurz vor halb 4 dann in Langenselbold, wo wir uns komplett trennten. Final zuhause war ich dann um 3:50 Uhr.