Saison 2007/08
DFB-Pokal

2. Hauptrunde

DKB-Arena
(Rostock)

Dienstag, 30. Oktober 2007

FC Hansa Rostock - Kickers Offenbach
6:0 (4:0)


Tore:

1:0 (20.) Enrico Kern
2:0 (23.) Stefan Beinlich

3:0 (29.) Enrico Kern

4:0 (34.) René Rydlewicz
5:0 (61.) Zafer Yelen

6:0 (79.) Dexter Langen

 Zuschauer: 10.200

 

Wie schon im Paderborn-Bericht (12.08.2007) erwähnt, meinte es die Glücksfee bei der Auslosung für die 2. Runde des DFB-Pokals alles andere als gut mit dem OFC. Annike Krahn zog uns nämlich zum Erstligisten FC Hansa Rostock, was sportlich nicht das beste Los war und für uns auch das weiteste aller möglichen Ziele bedeutete. Für manchen OFC-Fan bedeutete das die vierte Reise in die etwa 700 Kilometer entfernte Hansestadt binnen 26 Monate. Was soll´s? Kann man eh nicht ändern...
Mein Stamm-Bus bot dieses Mal keine Fahrt an, hatte aber 15 Plätze im Bus beim OFC-Fanclub "Die Goude" reserviert. Also sagte ich Tom schon Wochen vorher Bescheid und nahm einen dieser Plätze in Anspruch. Abfahrt war Dienstag um 8 Uhr und Rückkunft in den Morgenstunden des Mittwochs, so dass man für diesen Trip auf jeden Fall wohl besser zwei Tage Urlaub nahm, was ich letztendlich auch tat.
Der Dienstag war nun endlich da und gegen 6:30 Uhr stand ich völlig übermüdet auf. Ich war leider am Vorabend bzw. der Vornacht wieder im Internet versackt und kam somit auf nur drei Stunden Schlaf. Nachdem ich mich im Bad ein wenig frisch machte, fuhr ich um etwa 7 Uhr zu Hause weg, blieb in Ranstadt beim Bäcker noch kurz stehen und hatte dann auf der Autobahn viel Verkehr, so dass ich erst pünktlich um 8 Uhr in Offenbach an kam, was bedeutete, dass ich für die 30-35 Minuten-Strecke dieses Mal fast das Doppelte brauchte. Da sich aber andere noch mehr verspäteten, war ich bei weitem noch nicht der Letzte. Gegen 8:25 Uhr fuhren wir in Offenbach los und luden in Gelnhausen noch vier weitere Personen ein, so dass sich insgesamt 28 Personen im Bus befanden. Die Fahrt über´s Kirchhainer Dreieck, Hannover, Hamburg, Lübeck nach Rostock verlief eigentlich recht schnell - wenn man bei 8 Stunden Fahrt von schnell sprechen kann!? Nur bei Hamburg staute es sich einmal kurz für etwa eine Viertelstunde und auch Pausen mussten wir aufgrund der zwei Busfahrer an Board nicht allzu viele machen. Wir erreichten somit das Ostseestadion (bzw. neumodisch: DKB-Arena) gegen 16:30 Uhr. Andere gingen noch in diversen Kneipen Essen & Trinken, aber gaerwin, Ozzy, zwei weitere Personen und ich hatten dazu keine Lust, wir fuhren mit dem Bus hinter den Gästeblock zum Parken, schauten uns noch mal kurz nach der Eishalle um und waren gegen 17 Uhr wieder auf dem Parkplatz. Dort hatten wir noch eine halbe Stunde eine lustige Unterhaltung mit einem Ordner, ehe das Stadion öffnete. Wir gingen rein und ich betrat als Erster den Gästeblock. Da es natürlich sinnlos war dort drin zu verweilen, gingen wir wieder raus an den Bierstand. Ich vertilgte eine Bratwurst, die nicht wirklich gut war und ließ mir noch zwei Lübzer Pils die Kehle entlang rinnen. Nach einigen Gesprächen ging ich dann so ca. 20 Minuten vor Spielbeginn in den Block.
Das Spiel begann und in den ersten 20 Minuten spielte der OFC gut mit. Man hatte auch bis dahin die beste Torchance des Spiels, als Dino Toppmöller nach einer Viertelstunde das Tor per Kopf knapp verfehlte. Was sich aber dann abspielte, war schlichtweg eine Frechheit! Zuerst ließ sich Martin Hysky von Victor Agali per Beinschuss düpieren. Er passte in die Mitte zu Enrico Kern und dieser musste nur noch einschieben (1:0, 20.). Dann ein Foul von Buddy Pinske 20 Meter vor dem eigenen Strafraum. Paule Beinlich setzte den Ball direkt in den Winkel (2:0, 23.). Als nächstes ein langer Ball von Dexter Langen auf Victor Agali und dieser bediente erneut Enrico Kern (3:0, 29.). Als René Rydlewicz dann ebenfalls noch traf (4:0, 34.), war das Debakel noch tief in der 1. Halbzeit schon perfekt. Vier Gegentore in 14 Minuten, einfach nur peinlich der heutige OFC-Auftritt! Immerhin hielt man sich von dort an bis zur Halbzeitpause ohne Gegentor. In dieser kam es fast zu unschönen Szenen am Bierstand, aber zum Glück passierte nichts weiter. Als die Halbzeitpause rum war, trottete man wieder in den Block und hoffte, dass sich das Debakel in Grenzen halten würde. Rostock ließ es nun tatsächlich etwas ruhiger angehen und traf lediglich noch durch eine Direktabnahme von Zafer Yelen (61.) und durch den Ex-Offenbacher Dexter Langen (79.) zum 6:0-Endstand. Ohne die Paraden von OFC-Torhüter Daniel Endres hätte das blamable Auftreten sogar noch zweistellig enden können. Wenn es schon nicht die Spieler taten, gaben wenigstens ein Teil der etwa 80 mitgereisten OFC-Fans alles und sangen die komplette zweite Spielhälfte durch.
Als das Grauen endlich ein Ende hatte, verzogen sich die meisten OFC-Fans schnell zu ihren Autos/Bussen oder sonstigen Fahzeugen. Einige blieben noch ein wenig im Block und machten sich ihren Unmut gegenüber Trainer Wolfgang Frank Luft. Als dann alle an ihren Fahrzeugen waren, wurden der 50er Bus, ein 9er Bus und 2-3 Autos mit Polizei-Eskorte durch ganz Rostock auf die Autobahn begleitet. Davor 4 Polizei-Mannschaftswagen mit Blaulicht und dahinter genau die gleiche Anzahl. Wir durften alle roten Ampeln überfahren und waren somit schon um 21:15 Uhr auf der Autobahn. Dort fuhren wir knappe 200 Kilometer, ehe wir eine knappe dreiviertel Stunde Essenspause auf dem Rasthof Braunatal machten. Nach der Pause feierte Wolfgang vom Fanclub in seinen Geburtstag rein und es gab ein wenig Sekt und Bacardi-Cola. Als ich meinen beiden Becher getrunken hatte und der Busfahrer endlich den Schalter fand um das Licht ein wenig zu dämmen, fielen auch bei mir gegen 1:30 Uhr die Augen zu. Wach wurde ich nur noch mal bei einer weiteren kurzen Pause um 3:45 Uhr etwa und dann erst wieder in Gelnhausen, wo wir die ersten vier Personen absetzten. Gegen 5:20 Uhr waren wir in Offenbach und ich kämpfte mich dann noch mit meinem Auto durch den dichten Nebel und war kurz nach 6 Uhr zu Hause. Dort wurde noch bis etwa 8 Uhr mit Markus im ICQ gelabert und dann ging es ins Bett. Aber um 11 Uhr weckte meine Schwester mich schon wieder, da sie mir davon erzählte wollte, dass unser Trainer Wolfgang Frank in der Nacht zurück getreten sei.