Saison 2007/08
2. Bundesliga

9. Spieltag

Rhein Energie Stadion
(Köln)

Freitag, 05. Oktober 2007

1. FC Köln - Kickers Offenbach
4:1 (2:1)


Tore:

1:0 (2.) Adel Chihi
2:0 (5.) Kevin McKenna

2:1 (26.) Thorsten Judt
3:1 (65.) Youssef Mohamad
4:1 (68.) Patrick Helmes

 Zuschauer: 35.000

 

Mal wieder stand das nächste Auswärtsspiel des OFC auf dem Plan. Dieses Mal führte uns der Weg ins nahe Köln zu den "Däumlingen". Bereits seit Wochen standen Sven und Christian als Mitfahrer fest und in den Tagen vor dem Spiel gab auch Steffen seine Zusage, so dass wir das Auto voll hatten.
Ich war dieses Mal als Fahrer vorgesehen. Da ich arbeiten musste, tat ich dies bis 13:30 Uhr und traf mich dann mit Sven in Ranstadt am Bahnhof. Ich kaufte mir noch rasch zwei Brötchen als Mittagessen und wir brachen auf Richtung Gießen um die beiden anderen bei Christian an der Arbeit abzuholen. Zuerst führte uns der Weg auf der Autobahn in einen Stau, aber wir fuhren rechtzeitig ab und wollten via Landstraße nach Gießen tuckern. Allerdings gab nach der Abfahrt mein Auto plötzlich ganz komische Geräusche von sich und hatte auch nicht mehr die volle Leistung. Als es dann nach ein paar Km in Richtung Gießen immer schlimmer wurde, riefen wir die beiden anderen an. Christian war morgens ohne Auto, sondern mit dem Zug an die Arbeit gefahren, aber glücklicherweise hatte Steffen seine Karre dabei. Wir machten einen Treffpunkt in Lang-Göns aus und ich stellte mein Auto beim Rathaus ab. Steffen´s Auto wurde voll getankt und um etwa 15 Uhr ging es mit knapp einer Stunde Verspätung und mir am Steuer endlich ab in Richtung Köln. Für Belustigung auf der Hinfahrt sorgte dann Steffen´s Harndrang, der dem eines 80-jährigen Opas glich. Christian fand es irgendwann nicht mehr lustig und prognostizierte uns ein Ankommen zur zweiten Halbzeit. Ich ließ mich nicht weiter irritieren (was sollte ich auch machen?) und versuchte uns schnellstmöglich nach Köln zu bringen, was auch geschah. Nur einmal hatten wir etwas zähfließenden Verkehr, aber sonst kamen wir sehr gut durch und erreichten um 16:30 Uhr die Stadtgrenze. Da wir nun aber noch durch ganz Köln mussten, war uns klar, dass es noch ein wenig dauern würde. Kurz vor dem Ziel mussten Sven und Steffen (mal wieder!!) urinieren und sie fanden glücklicherweise in der Stadt eine öffentliche Toilette. Diese Pause nutzte Christian um den Biervorrat aufzufüllen. Einen netten "6-Pack" hatte er sich gekauft. Auf seine Frage, ob es am Kiosk einen 6-Pack gibt, entgegnete ihm der Verkäufer: "Nein, ich habe keinen. Ich habe aber eine Tüte, wo sechs Flaschen Bier reinpassen!" Gegen 17 Uhr stellten wir unser Auto dann auf einem Parkplatz ab und eine weitere Viertelstunde Fußmarsch später, waren wir endlich am Rhein-Energie-Stadion angekommen.
Christian und Steffen kauften sich noch Tickets und trafen sich vor dem Stadion mit einem Bekannten, Sven und ich gingen rein um noch etwas zu trinken. Als wir den Block betraten, hatten wir glücklicherweise nicht mehr allzu lange bis zum Spielbeginn. Vielleicht wäre es auch besser gewesen, wir hätten die ersten Minuten verpasst, denn der FC legte los wie die Feuerwehr. Nach etwas mehr als einer Minute schoss Chihi einen Freistoß aus 35 Metern "einfach mal so" hoch auf das OFC-Gehäuse. Torhüter Endres rechnete mit einer Flanke und machte einen Schritt nach vorne. Dann sah er, dass der Ball direkt auf das Tor kommt und machte wieder zwei Schritte nach hinten. Aber anstatt den Ball zur Ecke über das Tor zu lenken, versuchte er ihn zu fangen. Er rutschte ihm durch die Finger und konnte ihn dann erst hinter der Linie wieder festhalten: 1:0! Nur eine Minute später klärte Christian Müller auf der Linie und zwei weitere Minuten später konnte Kevin McKenna nach einem Gewühl im Strafraum mit einem satten Schuss auch schon das 2:0 erzielen. Die Stimmung im OFC-Lager war zunächst natürlich im Keller. Als dann Matthias Scherz in der 17. Minute noch den Pfosten traf, musste man Schlimmstes befürchten. Aber dieser Aluminiumtreffer schien ein Weckruf gewesen zu sein. Fortan kam der OFC endlich ins Spiel. In der 26. Minute war es dann Kapitän Thorsten Judt, der mit einem sehenswerten Schuss aus 16 Metern den Anschlusstreffer herstellte. Danach hatte Offenbach sicherlich zwei Drittel Ballbesitz, aber man konnte sich keine Großchancen mehr erarbeiten. Die Geißböcke wurden aufgrund ihrer Passivität zur Halbzeit - und trotz Führung - vom eigenen Anhang gnadenlos ausgepfiffen. Der FC kam aber nun besser aus der Kabine und hatte zwei Riesendinger zu bieten, aber beide Male hielt Daniel Endres ganz stark. Kurz darauf hatte Dino Toppmöller eine 1.000%ige auf dem Fuß, aber nach schöner Müller-Flanke scheiterte er am klasse reagierenden Faryd Mondragon im FC-Gehäuse. Danach war es aber auch schon wieder vorbei mit der OFC-Herrlichkeit und nach einer Ecke köpfte Youssef Mohamad völlig unbedrängt aus geschätzten zwei Metern das Leder in die Maschen (65.). Auch hier sah Endres zum wiederholten Male nicht gut aus. Nur drei Minuten später konnte Patrick Helmes per Alleingang sogar noch auf 4:1 erhöhen. Danach hatte der FC noch 2-3 Chancen und hätte sogar noch höher gewinnen können, allerdings trafen auch sie das Tor nicht mehr bzw. Daniel Endres konnte sich dann noch ein wenig auszeichnen.
Nach dem Spiel gingen Sven und ich zum vorgesehenen Treffpunkt mit den anderen beiden, dort stand aber nur noch Steffen. Der erzählte uns, dass Christian nach dem 4:1 in der 68. Minute fluchtartig das Stadion verlassen hatte. Als wir uns auf dem Weg Richtung Auto machten, rief Christian bei mir an und sagte, er würde in der "Trattoria Müngersdorf" sitzen und auf uns warten. Dort gesellten wir uns zu ihm und saßen noch etwa eine Stunde um das Spiel mit Kölsch für die anderen und Spezi für mich als Fahrer zu verarbeiten. Die Heimfahrt verlief weniger spannend, das Beste und Lustigste war noch ein Telefonat von Christian mit Manni, wo sie sich gegenseitig überboten mit schlechten Meinungen zu diesem Spiel. Gegen 23 Uhr kamen wir in Lang-Göns wieder bei meinem Auto an. Ich rief meine Eltern an, die ja in Bad Nauheim beim Eishockey waren. Wir machten einen Treffpunkt in Butzbach aus und Sven und ich schleppten mein Auto mit letzter Kraft förmlich dort hin. In Butzbach angekommen warteten wir noch etwa zehn Minuten auf meine Eltern und Schwester und nach einer kleinen Mahlzeit bei McDonalds schleppten diese mich dann ab. Die ganze Fahrt dauerte knapp über eine Stunde und wir alle waren froh letztendlich gesund zu Hause angekommen zu sein. Ich fuhr Sven noch nach Ranstadt, wo er sein Auto abholte und gegen 2 Uhr saß ich endlich wieder an meinem PC.